Das Försterhaus

Das Försterhaus heute

Das ´Försterhaus Reute´ wurde im September 2019 eröffnet und präsentiert drei Sammlungen unter seinem Dach: ein Puppen- und Spielzeugmuseum, einen Kunstraum und das Heimatmuseum. Neben den Sammlungen ist das Försterhaus ein Ort für kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte, Kabarett und Feste. Das Gelände ist im Besitz der Gemeinde Reute und wird vom Verein Kultur im Försterhaus mit Leben gefüllt.

Das gesamte Areal besteht aus den ehemaligen Gebäuden Tabakschopf, Scheune, Kuhstall und dem Wohnhaus. Der Name Försterhaus ist auf die 1750er-Jahre zurückzuführen, als der Dorfherr nach dem Brand seines Schlosses das Dorf verließ und dem damaligen Förster die Autorität übertrug. In dieser Periode kam dem Haus etwa die Bedeutung eines heutigen Rathauses zu. Der Name hat sich seitdem im Sprachgebrauch der Bevölkerung verfestigt.  Wenn heute von Försterhaus die Rede ist, ist die gesamte Anlage gemeint. Das eigentliche Försterhaus wird mit „ehemaliges Wohnhaus“ umschrieben. Seit dem 16. November 2009 wird das Ensemble durch das Regierungspräsidium Baden-Württemberg auf der Liste der Kulturdenkmale geführt.

Die Geschichte des Försterhauses

Das zweigeschossige Wohnhaus in Fachwerkbauweise und die Scheune mit Kuhstall sind im 18. Jahrhundert entstanden. Direkt anschließend steht der Tabakschopf aus den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Die bestehenden Gebäude wurden im Laufe der Jahre immer wieder den Bedürfnissen der Bewohner angepasst. So wurde unter anderem das Wohnhaus einige Male verändert: zuerst entstand an der Stelle der ursprünglichen Durchfahrt unter dem Haus an der Nordseite des Gebäudes eine Ergänzung. In den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts erhielt das Gebäude einen zweigeschossigen Anbau an der Westseite. Vor allem an der Nordfassade lässt sich das Konglomerat der verschiedenen Umbauphasen noch heute deutlich ablesen.

Im Jahr 2011 erwarb die Gemeinde Reute das Anwesen und plante, es einem öffentlichen Zweck zuzuführen. Nach Erstellen einer Machbarkeitsstudie durch die Reutener Architekten Peter und Susanne Pietsch bildete sich ein Arbeitskreis aus Bürgern, der in Zusammenarbeit mit Susanne Pietsch ein Konzept für das Projekt entwickelte. Die im Folgenden erstelle Entwurfsplanung wurde durch die ARGE Försterhaus – maier.lenz.architektur in Zusammenarbeit mit Susanne Pietsch – in die Ausführung umgesetzt. 

Umbau und Sanierung

Im Jahr 2017 begannen die umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen. Beim Umbau des Komplexes war es Ziel, die Erhaltung des Bestands mit den Anforderungen der gewünschten neuen Nutzung in Einklang zu bringen. Der Ausbau wurde so zurückhaltend wie möglich umgesetzt, die für die Realisierung eines öffentlichen Gebäudes notwendigen Eingriffe bekamen eine gleichberechtige Rolle im Gesamtbild. Die Konstruktionsweise, die Detaillierung und Materialisierung orientiert sich am alten Bestand. In der Raumwirkung und Atmosphäre wurde Wert darauf gelegt, eine Unterscheidung des Neubaus vom Bestand deutlich zu machen, damit beim Gang über das Gelände und durch die Gebäude der ursprüngliche Charme noch spürbar ist. Im Frühjahr 2019 wurden die Maßnahmen abgeschlossen. Im Anschluss richtete der Verein unter innenarchitektonischer Leitung von Susanne Pietsch mit viel Engagement die Sammlungen ein.