Der Kunstraum

Der moderne Kunstraum bietet Platz für wechselnde Ausstellungen.  Zur Eröffnung zeigt die Gemeinde Reute eine Auswahl von 15 Bildern und 52 Zeichnungen von Reiner Strub. Er stellte diese Werke der Gemeinde Reute im Rahmen einer Schenkung im Jahr 2005 als repräsentativen Querschnitt seines vielfältigen Schaffens zur Verfügung. Die Texte zu den Bildern stammen aus Strubs Tagebuch, seinen Lebenserinnerungen und seinem Katalog von 1974.

Die Vielfalt eines Malers

Strub beschrieb seine Motivation für das Malen als inneren Drang, als elementares Bedürfnis. Sein Interesse galt dabei weniger der Bedeutung des Bildes als dem Ergebnis konzentrierten Arbeitens. Hierbei nutzte er verschiedene künstlerische Techniken wie Malen, Zeichnen, Aquarellieren und verschiedene Materialien wie Öl, Acryl, Bleistift, Kohle, Tusche, Sand und Steine. Strub sah sich als Handwerker, als freier Maler – wenn es sein musste als akademischer Maler. Aber sprach man ihn als Künstler an, konnte das Gespräch sehr schnell beendet sein.

Von 1966 bis zu seinem Tod im Jahr 2013 lebte der Maler Reiner Strub in Reute. Nach seinem Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, längeren Aufenthalten in Kanada und Griechenland sowie einer ersten prägenden Reise nach Afrika, ließ er sich in seinem eigenhändig erbauten Haus am Pfahlgraben nieder. Von hier aus reiste er während der nächsten fünf Jahrzehnte fast jährlich für mehrere Monate nach Griechenland und unternahm längere Reisen nach Afrika

„Der Sinngehalt [...] wird vom bewussten Malvorgang aus als sekundär, als Ergebnis oder gelegentlich auch nur als Nebeneffekt betrachtet und entsprechend gehandhabt. Male ich ein Aquarell unter Anwendung eines dieser Technik besonders angemessenen Gestaltungsprinzips, so entsteht eine völlig andere Bilderwelt als bei der Arbeit z. B. mit Ölfarbe und Sand. Das kann so weit gehen, dass der oberflächliche Betrachter verschiedene Maler vermutet. Ich interessiere mich überhaupt nicht dafür, meine „Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen", also auch nicht für die Entwicklung eines „persönlichen Stils", sondern ausschließlich für die Sache, unter deren Faszination ich beim Arbeiten stehe. Ich weiß natürlich, dass die Bilderwelt die persönliche Erlebnisweit des Malers spiegelt, bin aber davon überzeugt, dass sich dieser Spiegelungsvorgang unbewusst abspielen muss.“ (Reiner Strub 1974)

BIOGRAFIE:

31.3.1935
Geboren als zweites Kind einer Studienratsfamilie in Waldshut/Baden

1954
Abitur in Stuttgart

1954-1959
Studium an der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin
Während des Studiums verschiedene Reisen und Aufenthalte in Europa

1959-1962
Aufenthalt in Kanada (Kingston/ Ontario und Brandon/ Manitoba)

1962-1966
Aufenthalt in Griechenland (Ermioni/Argolidos – auf dem Peloponnes)

1964/1965
Erste Afrika-Reise um nachzuprüfen, ob Süden auch bei im Norden stehender Sonne die faszinierendste Himmelsrichtung bleibt

1966/1967
Eigenhändige Errichtung des Atelierhauses in Reute, in dem er als freier Maler bis zu seinem Tode lebte

1973
Umbau eines von einem Förderer gekauften alten Hauses in Ermioni als zweites  Atelierhaus. Ab dann bis zum Jahr 2002 regelmäßig längere (sechs bis acht Monate) Mal-Aufenthalte in Griechenland

1974-2007
Wiederholt Reise durch Afrika

2009
Letzte malerische Tätigkeit (15 Steinminiaturen)

08.08.2013
Gestorben in Freiburg